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Vorstellung

 

 


Wir stellen uns vor:

Hans-Joachim Helling
Dipl.-Psychologe

Mitglied der Psycho-
therapeutenkammer Berlin

Berufsbezeichnung "Psycho-
therapeut" in der
Bundesrepublik Deutschland
verliehen


Monica Frye
Dipl.-Psychologin

Mitglied der Psycho-
therapeutenkammer Berlin

Berufsbezeichnung "Psycho-
therapeutin" in der
Bundesrepublik Deutschland
verliehen

 

Kontakt

Praxisgemeinschaft

Psychodiagnostik &

Psychotherapie

Dipl.-Psych. Joachim Helling

(Tel.: 030 - 450 25 278)

Dipl.-Psych. Monica Frye

(Tel.: 030 - 450 25 278)

Müllerstraße 131a
13349 Berlin

Begutachtung

- Gutachten -

 

Suche psych. Erkrankung


Medikamentensucht

Der „normale“ Griff zur Pille

Millionen Menschen in Deutschland greifen täglich zu irgendeiner Pille. Wohlgemerkt, es geht hier nicht um die Antibaby-Pille oder um jene Menschen, die aus Krankheitsgründen dauerhaft Medikamente (Diabetiker z. B. Insulin) nehmen müssen. Es geht vielmehr um Medikamentenmissbrauch oder gar Tablettensucht.

Ja, Medikamente können abhängig machen, wenn man sich an ihre Einnahme gewöhnt oder sie dauerhaft zu hoch dosiert konsumiert. Nehmen Betroffene sie nicht, kommt es – wie bei der Alkoholkrankheit – zu Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüche, Herzflattern, Nervosität, Schlafstörungen oder innere Unruhe. Erst wenn die Pille wieder genommen wird, setzen die gewünschten Effekte ein. Ein fataler Kreislauf.
Studien der Krankenkassen haben ergeben, dass zwischen 1,5 und 2 Millionen Menschen in unserem Land Medikamente missbrauchen oder gar schon abhängig sind (im Vergleich: die Zahl der Drogenabhängigen in Deutschland liegt unter 200 000). Im Gegensatz zum Alkoholmissbrauch sind bei Tabletten Frauen wesentlich häufiger betroffen als Männer, z. B. weil sie durch ihre Doppelrolle mit Familie und Beruf psychisch belasteter sind als die Herren der Schöpfung.

Die am häufigsten missbräuchlich verwendeten Medikamente sind Schmerz-, Schlaf- und Beruhigungsmittel. Besonders die Beruhigungsmittel, die sogenannten Benzodiazepine, werden häufig eingenommen. Allgemein bekannte benzodiazipinhaltige Arzneien sind beispielsweise Valium, Faustan oder Diazepam. Nimmt man diese regelmäßig (1 bis 2 Tabletten täglich), kann dies schon nach zwei, spätestens aber nach sechs Wochen zur einer sogenannten „Niedrigdosis-Abhängigkeit“ führen, die später in eine „Hochdosis-Abhängigkeit“ übergehen kann.


Fachleute unterscheiden bei dieser Problematik vier Stufen:

  1. den Medikamentengebrauch (alltäglicher Gebrauch, der nicht zwangsläufig zum Missbrauch führen muss. Allerdings kann sich hier schon eine Niedrigdosis-Abhängigkeit herausbilden),
  2. den  Medikamentenmissbrauch (Medikamentenkonsum ohne ärztliche Verordnung und/oder in zu hohen Dosen. Hier kann schon eine Abhängigkeit vorliegen),
  3. die Medikamentenabhängigkeit (starkes Bedürfnis nach Einnahme des Medikaments, ohne die Arznei kommt es nicht zur gewünschten Wirkung; hier hat der Medikamentenkonsum schon die psychische wie auch die körperliche Ebene erreicht) und
  4. die Medikamentensucht (die Dosis muss immer mehr gesteigert werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen; man hat keine Kontrolle mehr, muss einfach die Tablette(n) nehmen)

Dabei vollzieht sich der ganze Prozess schleichend. Betroffene merken oft gar nicht, dass es bei ihrem Arzneikonsum schon gar nicht mehr um die momentane Linderung eines Symptoms geht, sondern bereits eine Abhängigkeit erreicht ist. Wobei – wie beim Alkohol – so gut wie nie zugegeben wird, dass man abhängig oder süchtig ist, sondern, wenn überhaupt, lediglich einräumt, dass man sich schon an die Tablette gewöhnt hat.

Was kann man nun dagegen tun? An dieser Stelle möchte unsere Psychotherapeutische Praxis darauf verweisen, dass sich  Entzug und Therapie von medikamentenabhängigen Menschen langwieriger gestaltet als der von Alkoholikern. Während letztere bereits in der Regel nach gut vier Tagen vom Alkohol „entgiftet“ sind und es ihnen besser geht, dauert bei Medikamentenabhängigen dieser Prozess wesentlich länger, unter anderem weil Arzneistoffe eine wesentlich höhere Halbwertzeit beim körperlichen Abbau haben als Alkohol. Manche dieser Stoffe bleiben bis zu mehreren Monaten dem Körper „erhalten“.

Viele werden erst einmal selbst versuchen, vom Medikament herunter zu kommen. Das ist – wie bei anderen Abhängigkeiten auch – rein menschlich gesehen normal. Dabei muss man aber betonen, dass Medikamente, die häufig oder hoch dosiert genommen werden, nicht abrupt abgesetzt werden dürfen, sondern schrittweise über einen längeren Zeitraum in immer geringeren Dosen. Das mag ein normaler Versuch sein, erfolgversprechend ist er in der Regel nicht und übrigens auch gefährlich.

Richtig wäre es, zunächst den Hausarzt oder eine (Sucht)Beratungsstelle aufzusuchen, um das Problem anzusprechen. Machen Sie es sich bewusst: Auch bei Medikamenten braucht man professionelle Hilfe! In der Regel werden sie den Rat bzw. beim Arzt eine Überweisung erhalten, die zu einer auf Sucht, speziell auf Medikamente spezialisierten psychotherapeutischen Praxis, wie wir es sind, aufzusuchen.  Hier werden mit den Betroffenen alle weiteren Schritte beraten und sie behandelt, auch indem er die Motivation zur Beseitigung des Problems gestärkt wird. Wir wiederholen noch mal: Die meisten der oben genannten Medikamente sind nicht lebensnotwendig. Es wird also nach Wegen gesucht werden, auf andere Art den Kopfschmerzen, Spannungszuständen, der Nervosität, den Angstzuständen oder den Schlafstörungen beizukommen. Und es gibt diese Wege!