Das Konzept der suchtspezifischen Psychotherapie bei Alkohol-, Medikamenten- und/oder DrogenabhängigkeitEinleitung Das Behandlungskonzept unserer Psychotherapeutischen Praxisgemeinschaft für ambulante Entwöhnungsbehandlungen orientiert sich an den neuesten Entwicklungen suchtspezifischer Behandlung und klinischer Verhaltenstherapie. Die Verhaltenstherapie ist ein weit verbreitetes Psychotherapieverfahren, welches den Menschen ganzheitlich betrachtet. Für sie stehen das Denken, Fühlen und Handeln des Individuums in ständiger Wechselwirkung mit dem Organismus und verschiedenen Umweltfaktoren. Wir bieten unseren Patienten in Einzeltherapie – auf besonderen Wunsch auch in Gruppentherapie – ein vielschichtiges und flexibles Programm zur gezielten Behandlung ihrer persönlichen Probleme. Dabei wenden wir stets die neuesten Erkenntnisse aus Forschung und Praxis an. Die Ziele, Inhalte und der zeitliche Umfang der Therapiemaßnahmen sowie die Dauer der Gesamtbehandlung werden jeweils auf die individuelle Problematik der Patienten abgestimmt. Eine ambulante Entgiftung/Entzug ist bei "leichteren" Entzugsbeschwerden möglich. Wir können Sie diesbezüglich beraten. Die Entwöhnungstherapie kann entweder unabhängig von gesetzlicher oder privater Krankenversicherung beziehungsweise Rentenversicherungsträgern (diskret, anonym) oder in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen des Gesundheitswesens erfolgen. Zielsetzung der ambulanten suchtspezifischen Psychotherapie Ziel der suchtspezifischen Psychotherapie ist ein eigenverantwortliches Leben ohne Suchtmittel. Dieses Ziel ist nur zu verwirklichen, wenn die Probleme gelöst werden, die in Zusammenhang mit dem Suchtmittelkonsum der Patienten stehen. Anstelle von konfrontativem Therapeutenverhalten erhalten die Patienten Rückmeldung über die Ergebnisse der Abhängigkeitsdiagnostik. Gemeinsam wird das Für und Wider verschiedener Erklärungs- und Therapiemöglichkeiten detailliert erörtert. Erst danach entscheiden die Patienten, ob sie das Verhaltenstraining in der vorgeschlagenen Weise in Anspruch nehmen wollen. Um das Ziel – ein zufriedenes, abstinentes Leben – zu erreichen, sind folgende drei Behandlungsschritte nötig: 1. Auseinandersetzung mit der Sucht Die Patienten sollen sich mit ihrem Suchtmittelkonsum auseinandersetzen und erkennen, dass sie abhängig sind oder gefährdet sind, abhängig zu werden. Darüber hinaus sollen die Patienten sich bewusst dafür entscheiden, abstinent zu leben und sich mit dieser Entscheidung auseinandersetzen. 2. Rückfallprävention (im engeren Sinne) Die Patienten müssen lernen, der Versuchung zu widerstehen und Selbstkontrolle zu üben. Sie sollen lernen, sich in den Situationen, in denen sie bisher zu Suchtmitteln gegriffen haben (zum Beispiel bei Stress), zukünftig anders zu verhalten. 3. Rückfallprävention (im weiteren Sinne) Die Patienten sollen an den Problemen arbeiten, die dem Erreichen der Abstinenz entgegenstehen könnten. Dazu zählt zum Beispiel die Verarbeitung von Missbrauchs- oder Gewalterfahrungen. Außerdem ist das Erkennen der persönlichen Stärken und die Entwicklung von sinnvollen Lebenszielen wichtig. Wie man erkennen kann, ist die Rückfallprävention bei der ambulanten Entwöhnung äußerst wichtig. Indikation und Kontraindikation Unser Therapieangebot richtet sich an alkohol- und/oder drogenabhängige Frauen und Männer ab 18 Jahre, auch mit weiteren psychischen Störungen wie Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Belastungs- und Anpassungsstörungen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Patienten motiviert oder motivierbar sind, ihr Leben zu verändern und Hilfe anzunehmen. Nicht behandelt werden Patienten mit akuten psychotischen Störungen, Suizidgefährdung, Hirnschädigungen oder Demenz. Eine weitere Kontraindikation ist die Erfordernis einer stationären Entgiftungsmaßnahme. Behandlungskonzept Im Vordergrund der Therapie steht das Erkennen der Ursachen für den Suchtmittelkonsum/ die Suchtmittelabhängigkeit. Die Zusammenhänge zwischen der Sucht, den Lebensumständen und der Problemlösefähigkeit werden erforscht. Für die Patienten ist es wichtig, neue Arten der Konfliktlösung zu erlernen und dadurch gestärkt und stabilisiert zu werden. Das Selbstwertgefühl der Patienten soll ebenfalls gestärkt und nicht durch Bevormundung, repressive Toleranz oder maßregelnde Vorgehensweisen geschwächt werden. Alle organisatorischen Abläufe der Privatpraxis orientieren sich somit immer an der Würde und Selbstverantwortlichkeit der Patienten. Die individuellen sozialen und psychischen Probleme, die für den Suchtmittelkonsum verantwortlich sind, werden behandelt. Besonders wichtig ist dabei für alle Süchtigen (unter anderem): - der Aufbau einer Motivation zur Veränderung - das Erkennen des typischen Abwehrverhaltens von Süchtigen - die Akzeptanz der lebenslangen Gefährdung - zu Lernen, der Versuchung zu widerstehen Suchtmittelabhängigkeit ist aber auch etwas individuelles, was bei der Therapie berücksichtigt werden muss. Verschiedene andere Probleme wie Minderwertigkeitskomplexe oder Beziehungsprobleme können hinzukommen und müssen entsprechend behandelt werden, damit eine Abstinenz erreicht werden kann. Wichtig ist für die Patienten, den Umgang mit Gefühlen (neu) zu erlernen. Männer müssen eher lernen, Angst oder Trauer zuzulassen; Frauen müssen eher Gefühle wie Ärger und Wut zulassen können. |




